Digitale Parkraum-Systemarchitektur – was ist das?

25. März 2021

Die Branche der privaten Parkraumbewirtschaftung agiert in Deutschland bislang überwiegend analog. Zu den klassischen Elementen einer solchen Parkraumbewirtschaftung zählen etwa Schrankenanlagen mit Parktickets. Sie sind leicht zu installieren und auf den ersten Blick kostengünstig im Unterhalt. Jedoch geht der Trend – insbesondere auf innerstädtischen Parkplätzen – zu digitalen Produkten und Serviceleistungen. Denn die Digitalisierung des Parkraummanagements bringt nicht nur zahlreiche Vorteile mit sich, sondern eröffnet den Betreibern von Parkflächen und deren Nutzern völlig neue Möglichkeiten.

Weniger Aufwand durch Automatische Kennzeichenerfassung

Das Kernstück einer digitalen Parkraum-Systemarchitektur bilden Anlagen zur automatischen Fahrzeugidentifizierung wie zum Beispiel eine optische Kennzeichenerfassung. Wird auf einem Parkraum diese Technik installiert, werden betreuungs- und wartungsintensive Schrankenanlagen überflüssig. Beim Befahren und Verlassen der Parkfläche wird mithilfe eines Scanners und WiFi-Hotspots das Kennzeichen des Fahrzeugs sowie die Uhrzeit erfasst. Die Daten werden für den späteren Abgleich in der Cloud vorübergehend gespeichert. Dadurch wird bei gebührenpflichtigen Parkflächen eine minutengenaue Abrechnung möglich. Zudem ist zu jeder Zeit nachvollziehbar, welches Fahrzeug sich auf welcher Parkfläche befindet – und zwar transparent und sicher. Die Bezahlung erfolgt bequem und bargeldlos über das Smartphone. Außerdem besteht die Möglichkeit, das Bezahlsystem in bestehende Kunden-Apps einzubinden, etwa bei Einkaufszentren, Hotels oder Fitnesscentern.

Eine wichtige Rolle spielen dabei natürlich auch die Themen Datenschutz und Datensicherheit. Die auf einer Parkfläche gesammelten Daten werden lokal gespeichert und nach Ausfahrt des Kunden wieder gelöscht. Mit Hilfe des Systems kann zu jeder Zeit nachvollzogen und kontrolliert werden, wer wann auf welche Daten Zugriff hat. So wird sichergestellt, dass die Kundendaten absolut sicher sind.

Einfache Erweiterung um Parkleitsysteme

Die Digitalisierung der Technik, Organisation und Bezahlung im Parkraummanagement führt außerdem zu einer erheblichen Reduzierung des Verwaltungsaufwandes: Das macht umweltschädliche Papier- oder Plastiktickets, Parkscheiben und einen Großteil der Parkautomaten überflüssig. Ein weiterer Vorteil der digitalen Infrastruktur ist, dass diese beliebig erweitert und optimiert werden kann. So ersetzen beispielsweise digitale Beschilderungen oder eine digitale Parkplatzzuweisung die lästige Suche nach einem freien Parkplatz. Parktarife und -zeiten können dynamisch an individuelle Gegebenheiten angepasst und mit Bonusmodellen kombiniert werden. Darüber hinaus lassen sich unberechtigt parkende Fahrzeuge effektiv und kostengünstig identifizieren.

Zahlreiche Nachteile analoger Parksysteme lassen sich durch den Einsatz digitaler Technologien aushebeln. Wo sich heute zu Stoßzeiten noch Rückstaus vor Schranken bilden, werden Verkehrsströme in Zukunft dynamisch geleitet. Der Fokus kann auf die individuellen Bedürfnisse und Nutzungszeiten der Parker gelegt werden, wodurch eine optimale Belegung der verfügbaren Stellplätze erreicht wird (z.B. Stellplätze von Mitarbeitern, welche sich auf Geschäftsreise oder im Urlaub befinden).

Digitale Parkraum-Systemarchitekturen machen es möglich, Parkflächen mit schlanken Modulen effektiv zu strukturieren, Bewegungsabläufe zu optimieren und gleichzeitig dem Autofahrer einen komfortablen Service zu bieten.

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